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Geldfälscherwerkstatt in Stuttgart ausgehoben, auch Rauschgift und Schusswaffen beschlagnahmt

Datum: 21.05.2014

Kurzbeschreibung: LKA-Ermittler nahmen im Februar 2014 in Stuttgart vier Deutsche und einen kosovarischen Tatverdächtigen im Alter von 27 bis 54 Jahren fest. Die Festnahmen erfolgten nach langwierigen Ermittlungen wegen des Verdachts der Herstellung und Verbreitung von gefälschten Euro- und US-Dollar-Noten sowie des illegalen Handels mit Kokain. Gegendie Beschuldigten wurde im Auftrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart, Abteilung Organisierte Kriminalität, ermittelt und vom zuständigen Haftrichter am Amtsgericht Stuttgart Haftbefehle erlassen. Der 35-jährige Hauptbeschuldigte soll zusammen mit einem 42-jährigen Drucker seit 2010 große Mengen falsche Ein-,50- und 100-US-Dollarnoten hergestellt und in Umlauf gebracht haben. US-Behörden hatten in den Vereinigten Staaten von 2011 bis 2013 insgesamt 79 dieser gefälschten Ein-Dollar-Scheine registriert.

Der 35-jährige mutmaßliche Drahtzieher sowie eine 54-jährige Frau aus Böblingen, die bei den beabsichtigten Falschgeldgeschäften als Vermittlerin aufgetreten sein soll, befinden sich noch in Untersuchungshaft. Gegen die anderen drei Beschuldigten wurde der zuvor erlassene Haftbefehl gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt, nachdem sie die Taten im Wesentlichen eingeräumt und Angaben zur Sache gemacht hatten.

 

Im Zuge der Ermittlungen wurden insgesamt 15 Wohnungen und Geschäftsräume in Stuttgart, Kirchheim/T. und einer Böblinger Kreisgemeinde durchsucht. Wie die Ermittlungen ergaben, hatte der 42-Jährige in Stuttgart Räume angemietet und zusammen mit dem 35-jährigen Hauptverdächtigen eine Druckerei eingerichtet, die von beiden konspirativ vor allem zur Herstellung von Falschgeld genutzt wurde. In der Fälscherwerkstatt wurden in einem Hohlraum hinter einer Wand mehrere hundert Druckplatten und Heißprägefolien, die zur Herstellung von Dollar- und Eurofälschungen genutzt wurden sowie zahlreiche noch nicht geschnittene Druckbögen mit unfertigen Fünf-Euro-Fälschungen im Nennwert von etwa 80.000 Euro, eine scharfe Pistole, Kokain und Verpackungsmaterial aufgefunden. Auf den Druckbögen fehlten noch die Hologramme und der Sicherheitsstreifen. Wären die Fälschungen vollständig gewesen, hätte es sich europaweit um die erste Druckfälschung der Fünf-Euro-Note gehandelt.

 

Die Spur nahmen die LKA-Ermittler im Frühjahr 2013 in der Stuttgarter Rauschgiftszene auf, wo falsche 100-Dollar-Scheine angeboten und von einem 27-jährigen Kosovaren abgenommen wurden. Nach den Feststellungen der Fahnder reisten die mutmaßlichen Geldfälscher zur Beschaffung erforderlicher Hologramme nach China.

Für die notwendige Software fuhr der Drucker nach Italien. Dort wurde er Anfang 2014 wegen versuchten Mordes festgenommen, er soll ein Opfer mit einem Messer am Hals lebensgefährlich verletzt haben. Bereits 1994 war der Mann wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt und 2009 auf Bewährung entlassen worden.

 

Im Zuge der Falschgeldermittlungen stellte sich auch heraus, dass der 35-Jährige neben der Geldfälschung illegalen Handel mit Kokain betrieb. Er wurde am 5. Februar festgenommen, als er in der Stuttgarter Innenstadt an einen 39-jährigen deutschen Abnehmer Kokain übergeben hatte. Bei seiner Festnahme wurde weiteres Kokain und mehrere tausend Euro Bargeld sichergestellt. In seiner Wohnung wurden 73 gefälschte Ein-Dollar-Scheine sowie zwei Bücher, die sich mit dem Thema Geldfälschung befassen, sichergestellt.

In der Wohnung des beschuldigten Depothalters wurden rund 500 Gramm Kokain, zwei scharfe Pistolen sowie Bargeld des 35-jährigen Hauptbeschuldigten beschlagnahmt.

 

 

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