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Illegaler Waffenhandel via Internet: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Datum: 05.07.2016

Kurzbeschreibung: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat gegen einen 24-jährigen und zwei 28-jährige deutsche Staatsangehörige Anklage zum Landgericht - Strafkammer - Stuttgart erhoben.

Dem 24-Jährigen wird vorgeworfen, seit Sommer 2015 in einer eigens dafür eingerichteten Werkstatt in Sindelfingen in mehreren Fällen vor allem Schreckschusspistolen der Marke Umarex, Modell „Walther PK380“, in scharfe Waffen umgebaut und diese anschließend im sogenannten „Darknet“, einem nur über Anonymisierungsnetzwerke zugänglichen Bereich des Internets, verkauft zu haben. Einer der beiden 28-Jährigen soll sich an diesen Geschäften beteiligt haben, indem er dem 24-Jährigen finanzielle Mittel für den Erwerb von Maschinen und Material zur Verfügung stellte. Darüber hinaus sollten die aus den Waffengeschäften erzielten Gewinne über seinen legalen Betrieb gewaschen werden. Der dritte Angeschuldigte soll den 24-Jährigen bei den Arbeiten an den Waffen in der Werkstatt unterstützt haben.

Die beiden Hauptangeschuldigten sollen darüber hinaus im September 2015 vereinbart haben, neben den Schreckschusswaffen auch Sturmgewehre der Fabrikate „AK 47 Kalaschnikow“ und „Zastava M70“ zu verkaufen. Hierzu soll der 24-jährige Angeschuldigte auf bislang ungeklärte Weise insgesamt vier Sturmgewehre aus chinesischer bzw. jugoslawischer Produktion beschafft und in seiner Werkstatt überarbeitet haben. Anschließend soll er diese Sturmgewehre zusammen mit der passenden Munition im Darknet zum Preis von 11.200 Euro verkauft und an eine tatsächlich nicht existente sogenannte Drop-Adresse in Paris verschickt haben. Ob die Lieferung das Bundesgebiet tatsächlich verlassen hat, konnte nicht abschließend geklärt werden. Anhaltspunkte dafür, dass diese Waffen bei den Terroranschlägen am 13. November 2015 in Paris zum Einsatz kamen, bestehen nicht.

Die beiden Hauptangeschuldigten befinden sich in Untersuchungshaft.

Die 18. Strafkammer des Landgerichts Stuttgart hat nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Anberaumung der Verhandlungstermine zu entscheiden.



(Ansprechpartner: Staatsanwalt Holzner, Tel. 0711/921-4400)

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